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Ausbildungsvergütungen - Teils üppige Saläre

Auszubildende erhalten ein eigenes Einkommen – und das ist manchmal gar nicht so knapp. Die teils großzügigen Saläre dürften so manchen Lehrherren davon abhalten, mehr Fachkräfte auszubilden, als der Betrieb benötigt. Im vergangenen Jahr wurde allerdings


Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind im Jahr 2004 gegenüber dem Vorjahr im Durchschnitt aller Branchen und Ausbildungsjahre nur leicht um 0,8 Prozent auf 601 Euro monatlich gestiegen.

In Westdeutschland verdienen die Auszubildenden im Schnitt pro Monat 617 Euro, in Ostdeutschland 526 Euro.

Ein Lehrlingsgehalt ist damit fast doppelt so hoch wie das durchschnittliche BAföG für Schüler oder Studenten und liegt im Mittel sogar über dem BAföG-Höchstsatz von 585 Euro. Im Verlauf einer Ausbildung kommt mit jedem Lehrjahr mehr ins Portemonnaie – das Berufsbildungsgesetz schreibt vor, dass die Vergütungen von Jahr zu Jahr steigen und angemessen sein müssen. So verdient ein Azubi in Westdeutschland im ersten Lehrjahr durchschnittlich 549 Euro, im Osten 462 Euro. Im zweiten Ausbildungsjahr steigt das Salär dann auf 610 Euro bzw. 529 Euro in Ostdeutschland, im dritten Lehrjahr erhalten die jungen Leute bereits 687 Euro bzw. 591 Euro.
Je nach Ausbildungsberuf oder Branche steht mehr oder weniger auf dem Gehaltszettel:

Jugendliche

Ausbildungsberufe. Recht üppig entlohnt werden Auszubildende traditionell in Bauberufen wie etwa dem Beton- und Stahlbetonbauer, Kanalbauer, Straßenbauer, Maurer, Maler und Lackierer oder Gerüstbauer (Grafik). Besonders gut kommen auch künftige Bank- und Versicherungskaufleute, Fahrzeugpolsterer und Schifffahrtskaufleute weg. Am unteren Ende der Verdienstskala finden sich angehende Modeschneider, Floristen, Schuhmacher, Konditoren, Glaser, Fachverkäufer im Nahrungsmittelhandwerk, Kachelofen- und Luftheizungsbauer sowie Bäcker. Das Schlusslicht bilden die Friseurlehrlinge in Ostdeutschland, die im Durchschnitt aller Lehrjahre 257 Euro im Monat verdienen.

Branchen. Im Jahr 2003 lagen die Ausbildungsvergütungen mit 1.222 Euro im vierten Ausbildungsjahr für gewerbliche Auszubildende im westdeutschen Baugewerbe an der Spitze der Vergütungssskala. Großzügig entlohnt werden die Lehrlinge traditionell auch in der Druckindustrie sowie bei Banken und Versicherungen. Mit deutlich weniger müssen die Kollegen in der Holz verarbeitenden Industrie sowie der Brot- und Backwarenindustrie auskommen. So mancher Firmenchef mag sich jedes Jahr von neuem die Frage stellen, ob sich das Nachwuchstraining rechnet – schließlich bleibt nicht jeder Azubi nach der Lehre im Ausbildungsbetrieb bzw. kann übernommen werden. Die Ausbildungsvergütungen machen zusammen mit den Personalzusatzkosten der Azubis immerhin rund die Hälfte der Bruttoausbildungskosten aus. Auch sind die Lehrlingsgehälter über einen langen Zeitraum betrachtet stärker geklettert als das Lohn- und Gehaltsniveau von ausgebildeten Fachkräften:

Im Durchschnitt sind die Ausbildungsvergütungen seit 1976 in Westdeutschland sowohl in Industrie und Handel als auch im Handwerk um 4,3 Prozent jährlich gestiegen.

Sie haben sich in diesem Zeitraum also verdreifacht, während die Fachkräftelöhne nur um den Faktor 2,5 zulegten. Besonders stark zogen die Azubi-Saläre zwischen 1995 und 1998 an. In der Regel muss ein Lehrherr die tariflich vorgeschriebenen Vergütungen zahlen, sofern der Ausbildungsbetrieb einem Arbeitgeberverband angeschlossen ist oder der Tarifvertrag für allgemein verbindlich erklärt wurde. Trifft keine dieser beiden Voraussetzungen zu, gelten bis zu 20 Prozent niedrigere Lehrlingslöhne als angemessen – und dann ist vielleicht so mancher Betrieb eher bereit, noch eine Nachwuchskraft einzustellen.



Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln, (http://www.iwkoeln.de) 18/04/2005

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