NEWS
Bildungsabbrecher: Dumm Gelaufen
Über 400.000 Jugendliche haben im Jahr 2003 die Schule, eine Lehre oder das Studium beendet, ohne einen Abschluss in der Tasche zu haben. Damit blieb knapp jeder sechste Abgänger ohne ein Zeugnis, einen Gesellenbrief oder ein Diplom.
Schulabbrecher. Im Schuljahr 2002/2003 verließen rund 84.000 Jugendliche eine allgemein bildende Schule ohne Abschluss. Knapp zwei Drittel der Dropouts sind männlich, fast jeder fünfte ein ausländischer Jugendlicher. Ein pädagogisches Armutszeugnis wird Sachsen-Anhalt zuteil, wo 14 Prozent der Schüler nicht einmal die Hauptschule schaffen. Trotz des hohen Ausländeranteils in den Schulen schneidet Nordrhein-Westfalen bei den Abbrecherquoten am besten ab – dort kommen lediglich 7 Prozent der Schüler nicht durch.
Ausbildungsabbrecher. Immer weniger Jugendliche haben zuletzt die Lehre geschmissen. Im Jahr 2003 wurden nur noch 22 Prozent aller Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst (2002: 24,1 Prozent). Die meisten Aussteiger finden sich nach wie vor im Handwerk und in den freien Berufen. Die Hälfte aller aufgekündigten Lehrverträge platzt in der Probezeit oder im ersten Lehrjahr. Meist gehen die Azubis, weil sie mit den Ausbildern nicht klarkommen, gesundheitliche Probleme haben, heiraten, umziehen oder sich Nachwuchs einstellt. Jeder zweite Abbrecher setzt die Lehre in einem anderen Beruf oder Betrieb fort.
Studienabbrecher. Derzeit erreichen von 100 Uni-Studienanfängern nur 74 ihr Ziel. An der FH sind es mit 78 etwas mehr. Insgesamt liegt die Studienabbrecherquote heute um 2 Prozentpunkte höher als Ende der neunziger Jahre. Am häufigsten werfen die Sprach- und Kulturwissenschaftler das Handtuch. Von den Sozialwissenschaftlern, Informatikern und Maschinenbauingenieuren verlässt gut jeder dritte die Alma Mater ohne Diplom. Durchhaltevermögen zeigen dagegen angehende Apotheker und Ärzte.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln, (http://www.iwkoeln.de) 19/04/2005
HOME