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Betriebsbefragung Ausbildung 2004
91 Prozent der Ausbildungsplätze wurden im vergangenen Jahr besetzt
Die Fälle, in denen Ausbildungsbetrieb und Auszubildender sicher sind, den richtigen Betrieb beziehungsweise den richtigen Azubi gefunden zu haben, sind die Regel. Mit einer Besetzungsquote von 91 Prozent der im Ausbildungsjahr 2003/2004 angebotenen Ausbildungsplätze liegt Nordrhein-Westfalen etwas über dem Schnitt Westdeutschlands (90 Prozent).
Angesichts der hohen Nachfrage nach betrieblicher Ausbildung sind die Gründe dennoch interessant, warum Betriebe nicht alle Ausbildungsplätze besetzen.
In einigen Wirtschaftszweigen liegt der Anteil der unbesetzt gebliebenen Ausbildungsplätze über dem Durchschnitt. So konnte zum Beispiel der Wirtschaftszweig Unternehmensnahe Dienstleistungen – dieser stellte sechs Prozent des Ausbildungsangebotes im vergangenen Jahr – mehr als jeden fünften Ausbildungsplatz nicht besetzen. Bei den übrigen Dienstleistungen sowie im Baugewerbe lagen die Anteile mit 13 und 15 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Auf der anderen Seite konnten die Öffentliche Verwaltung, der Handel und das Reparaturgewerbe nahezu alle verfügbaren Ausbildungsplätze besetzen. Je größer der Betrieb, desto höher die Besetzungsquote! Bei Betrieben mit weniger als fünf Mitarbeitern – hier werden rund acht Prozent der Ausbildungsplätze insgesamt angeboten – blieben rund 40 Prozent der angebotenen Ausbildungsplätze unbesetzt. Bei Ausbildungsbetrieben mit 50 bis unter 250 Beschäftigten konnten lediglich fünf Prozent und bei Betrieben mit 250 und mehr Arbeitnehmer lediglich zwei Prozent der angebotenen Lehrstellen nicht besetzt werden.
17 Prozent der Ausbildungsplätze blieben frei, weil vorgesehene Bewerber abgesagten und kein Ersatz gefunden werden konnte. Lediglich ein Prozent blieb unbesetzt, weil die Zahl der Bewerber geringer war als die der angebotenen Ausbildungsplätze. Der Hauptgrund, einen Ausbildungsplatz nicht zu besetzen, lag in 82 Prozent der Fälle aus Sicht des Betriebes in der mangelhaften Eignung der Bewerber, die sich für die angebotene Ausbildung beworben haben.
Hinterfragt man die mangelnde Eignung, wird die Hauptkritik der Ausbilder deutlich: 59 Prozent der Betriebe ließen Ausbildungsplätze unbesetzt, weil die schulischen Vorkenntnisse der nachfragenden Bewerber unzureichend waren. Hier waren vor allem die Grundkenntnisse Rechnen, Schreiben und Lesen in der Kritik. 24 Prozent nannten fehlende berufspezifische Anforderungen als Grund für die Nichtbesetzung der Ausbildungsplätze. Bei 12 Prozent waren unzureichende soziale Kompetenzen ausschlaggebend. Sechs Prozent der Bewerber wurden abgelehnt, weil die betrieblichen Auswahltests nicht erfolgreich waren.
Die Ergebnisse bestätigen die von Ausbildungsbetrieben häufig vorgebrachten Defizite hinsichtlich der schulischen Vorkenntnisse der Bewerber. Die Tatsache, dass gut 90 Prozent der Ausbildungsstellen besetzt werden zeigt aber auch, dass der überwiegende Teil den Anforderungen einer betrieblichen Ausbildung genügt. Die generelle Kritik an der Ausbildungsfähigkeit der Schulabgänger ist nicht neu und wird immer dann hervorgehoben, wenn der Ausbildungsmarkt aufgrund des deutlichen Bewerberaushangs eine Auslese erlaubt.
Die Ergebnisse entstammen dem Betriebspanel Nordrhein-Westfalen des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung für das Jahr 2004. Ausgewertet wurden Befragungen von 1.503 Unternehmen, die repräsentativ für die insgesamt 409.500 Betriebe im Lande mit mindestens einem Beschäftigten stehen.
Der nordrhein-westfälische Ausbildungsmarkt ist in einer Schieflage: Mehr Bewerber – weniger Ausbildungsplätze als vor einem Jahr. Bis Ende August 2005 hatten sich bei den nordrhein-westfälischen Agenturen für Arbeit knapp 140.000 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet, die einen Ausbildungsplatz suchen. Für 104.000 junge Leute konnte ein passendes Angebot gefunden werden. 35.500 Bewerber waren noch nicht versorgt. Von den 92.500 gemeldeten Stellen wurden 82.000 besetzt, rund 10.000 können noch vermittelt werden.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit - Presseinformation Nr. 32/2005, () 07/11/2005
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