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Aufstiegsturbo für Azubis

Fast 9.000 Auszubildende eignen sich zusätzlich Fremdsprachen, spezielle EDV-Kennt­nisse oder betriebswirtschaftliches Wissen an, um einen anerkannten Weiterbildungsabschluss zu erhalten. Die Jugendlichen verbessern dadurch ihre Jobchancen, während die Un


Wie können Jugendliche in kürzerer Zeit mehr lernen und höherwertige Abschlüsse erreichen? Über diese Frage diskutieren derzeit Fachleute im „Innovationskreis berufliche Bildung“ auf Einladung des Bundesbildungsministeriums. Zahlreiche Ideen stehen bereits im Raum. So könnten die Hochschulen Teile der Lehre auf ein Studium anrechnen. Dass sich eine solche Verzahnung verschiedener Bildungsbereiche lohnt, machen Kammern, Verbände, Unternehmen und private Bildungsinstitute schon jetzt vor. In Zusatzqualifizierungen bringen sie besonders motivierten Lehrlingen Know-how bei, das über die regulären Inhalte der Ausbildung hinausgeht. Drei Abkürzungen auf der Karriereleiter stehen den Azubis offen:

Jugendliche

Zusatzqualifikation als anerkannte Weiterbildung. Normalerweise legen junge Nachwuchskräfte einen Dreisprung hin: Lehre, einige Jahre Berufspraxis, Auf­stiegsfortbildung. Bestimmte Ausbildungen bieten die Möglichkeit, diese Schritte gleichzeitig zu machen. Für die Zusatzqualifikation zum Betriebsassis­tenten beispielsweise absolvieren Azubis eine Handwerkslehre und erwerben pa­-ra­l­lel betriebswirtschaftliches Wissen sowie vertiefte Fremdsprachen- und EDV-Kenntnisse. Nach bestandener Prüfung durch die Kammern erhalten die Jugendlichen einen Abschluss, der vergleichbar ist mit der Aufstiegsfortbildung zum „Fachkaufmann Handwerkswirtschaft“. Derzeit pauken fast 7.000 Auszubildende für eine Zusatzqualifikation, die als Weiterbildung anerkannt ist (Grafik).

Zusatzqualifikation als Teil einer anerkannten Weiterbildung. Diese Maßnahmen vermitteln den Azubis Wissen, das später auf eine Weiterbildung angerechnet wird. Lehrlinge in Zusatzqualifizierungen der Industrie beschäftigen sich beispielsweise intensiv mit der Bedienung von computergesteuerten Fertigungsmaschinen, so genannten CNC-Werkzeugen. Wer nach der Lehre eine Fortbildung zur Industriefachkraft einschlägt, kann sich die CNC-Kurse dann schenken.

Unternehmens- oder branchenspezifische Zusatzqualifikationen. Große Unternehmen sowie einige Branchen haben sich Zusatzqualifizierungen nach den eigenen Bedürfnissen maßgeschneidert. Inhaltlich orientieren sie sich dabei an anerkannten Fortbildungen. Vor allem die Handelsfirmen engagieren sich in diesem Bereich:
Derzeit bilden die Einzelhändler 750 Auszubildende zu Management-, Führungs- und Abteilungsleiterassis­ten­ten aus. Geprüft werden die Teilnehmer solcher Qualifizierungsmaßnahmen nicht von den Kammern, sondern von den jeweiligen Konzernen oder Branchenverbänden.

Die Vorteile der drei Optionen sind im Grunde die gleichen: Die Auszubildenden sparen Zeit, indem sie sich schon während der Lehre weiterbilden. Daher haben sie nach der Lehre auch bessere Chancen, eine Stelle zu finden. Die Unternehmen ihrerseits qualifizieren ihre zukünftigen Fachkräfte früh für anspruchsvolle Aufgaben. Wermutstropfen bleiben dennoch: Die Anzahl solcher Zusatzausbildungen ist derzeit noch recht gering. Zudem lässt die Transparenz zu wünschen übrig. Eine Zusatzqualifikation, die in Nordrhein-Westfalen als Handelsassistent bezeichnet wird, firmiert in Bayern unter dem Titel Handelsfachwirt. Für die Qualifizierung zum Betriebsassistenten gibt es bundesweit sogar zehn Namen. Hier ist die Wirtschaft gefragt, für einheitliche Bezeichnungen zu sorgen, damit Unternehmen und Jugendliche sofort wissen, welche Lehrinhalte sich hinter dem jeweiligen Abschluss verbergen.



Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln, (http://www.iwkoeln.de) 14/12/2006

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