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Olympioniken zum Thema Leistung und Erfolg: Andreas Dittmer


Startblock: Herr Dittmer, was hat Sie zu Ihrem Sport gebracht?

Andreas Dittmer: Es ist so, daß ich schon früher als kleines Kind sehr viel mit Sport zu tun hatte, und meine Eltern das auch vorgelebt haben. Da wurde ich an viele Sportarten herangetragen. Mein Vater ist selbst aktiver Kanute gewesen, meine Mutter war Leichtathletin, so bin ich dann zum Kanurennsport mit 10 oder 11 Jahren gekommen.

Startblock: Wann kam der Punkt, wo Sie entschieden haben, diesen Sport als Leistungssport auszuüben?

Andreas Dittmer: Ich denke, wenn man Sport treibt, und das regelmäßig tut, dann will man sich auch mit anderen Sportlern messen. Von daher stand es für mich außer Frage daß man irgendwann einmal auf die ersten Wettkämpfe zusteuerte. Dann habe ich gleich Erfolg gehabt und es hat Spaß gemacht. Das war dann nicht ein prägendes Ereignis sondern es waren wirklich mehrere Wettkämpfe hintereinander, die dann auch immer größer wurden. Das waren dann auch Ereignisse, die dann bundesweit ausgetragen wurden, und dann packt einen der Ehrgeiz und man will halt immer weiter kommen als Sportler.

Startblock: Würden Sie sagen, daß Ihre Erfolge relativ leicht zu erreichen waren, oder war auch eine ganze Menge Disziplin und Arbeit nötig?

Andreas Dittmer: Je mehr man eine Sportart betreibt, desto mehr Professionalität kommt da natürlich mit herein. Dann wird natürlich auch der Ehrgeiz größer, und das ganze Umfeld wird dann dementsprechend organisiert, daß man nachher auch Spitzenleistungen bringen kann. Ansonsten macht Leistungssport auch keinen Sinn, wenn man ihn auf einem hohen Niveau betreiben möchte.

Startblock: Haben Sie dabei im Vergleich zu Ihren Altersgenossen/-innen auf vieles verzichten müssen?

Andreas Dittmer: Es ist so daß ich an einer Eliteschule des Sports meine Schulausbildung genossen habe, und da musste man natürlich viel Zeit opfern, für Freunde und Familie, und vielleicht im Endeffekt nachher in der Nationalmannschaft zu stehen. Es ist eine sehr schöne Zeit gewesen, und Erfolg macht natürlich auch Spaß. Man war unter Gleichgesinnten und ich möchte diese Zeit niemals missen.

Startblock: Sie würden also jungen Leuten sagen daß man durch Disziplin und Leistungsbereitschaft sehr weit kommen kann? Im Moment gibt es ja das Gerücht daß man sozusagen über Nacht zum Star werden könnte.

Andreas Dittmer: Richtig, das ist so eine Illusion, die einem durch viele Medien entsprechend vorgegaukelt wird. Im Endeffekt schaffen es auch vielleicht ganz wenige, aber die zigtausende, die sich dann da versuchen bleiben natürlich auf der Strecke und da ist es vielleicht einfacher man hat da eine solide Ausbildung und auch eine solide Vorbereitung für's Leben. Also nicht ein Leben lang davon träumen man könnte ein Superstar sein, sondern man muß wirklich hart an sich arbeiten. Jeder auf seinem Gebiet, sei es nun im musischen oder sportlichen Bereich, aber es ist wichtig, daß man seine Zukunft auf solide Beine stellt.

Startblock: Welche Erfahrungen haben Sie selbst gemacht, als es für Sie darum ging, Ihre berufliche Zukunft zu planen. Sie haben ja eine Lehre als Bankkaufmann absolviert. Wie hat man Sie da begleitet?

Andreas Dittmer: Als Sportler in einem Kader bekommt man entsprechende Förderungen, um auch noch während seiner Berufsausbildung im Leistungssport bleiben zu können. Und so habe ich beispielsweise meine Ausbildung um ein halbes Jahr strecken können. Das heißt, ich habe nicht die volle Arbeitszeit arbeiten müssen, um noch genügend Zeit für den Leistungssport zu haben. Da braucht man natürlich einen Arbeitgeber, der solche Rahmenbedingungen schafft

Startblock: Ist es für Sie als Sportler beruhigend zu wissen, daß Sie eine Berufsausbildung absolviert haben, sodaß Sie jederzeit wieder in Ihrem Beruf arbeiten könnten?

Andreas Dittmer: Ja, ich würde es auch jedem Sportler empfehlen. Der Weg der am meisten beschritten wird ist halt von der Schule direkt zur Bundeswehr oder zum Bundesgrenzschutz. Als junger Sportler kann man das sicherlich machen, aber ein Sportler muß auch immer an seine berufliche Zukunft denken. Irgendwann schafft man es vielleicht leistungsmäßig nicht mehr oder man ist verletzt, und dann kümmern sich nur sehr wenige Leute um diese Athleten. Deswegen sollte ein Sportler auch immer parallel zu seinem Sport an eine berufliche Ausbildung denken. Sportler ist man ja nur auf Zeit, und nur die allerwenigsten schaffen es, mit ihrem Sport so viel Geld zu verdienen daß sie sich nachher beruhigt zurücklehnen können.

Startblock: Was würden Sie jungen Menschen auf dem Weg von der Schule in die Berufsausbildung raten?

Andreas Dittmer: Also, besonders bei jungen Sportlern würde ich sagen, daß Zeitmanagement eine sehr wichtige Rolle spielt, und man sollte sich wirklich ganz genau Gedanken machen zu welchem Zeitpunkt man seine Ausbildung durchzieht. Und dann ist es wichtig, daß man sich dann konsequent 2 ½ oder 3 Jahre voll dieser Ausbildung widmet.

Startblock: Herr Dittmer, wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen Ihnen noch weiterhin viel Erfolg und vor allem Gesundheit.

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