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Olympioniken zum Thema Leistung und Erfolg: Meike Evers


Startblock: Frau Evers, sind Sie zu Ihrem Sport gekommen?

Meike Evers: Ich habe eigentlich immer viel Sport gemacht und bin zum Rudern eher durch Zufall gekommen. Bin meinem Bruder hinter gerannt und bin dann dabei geblieben.

Startblock: Wie alt waren Sie da?

Meike Evers: 12.

Startblock: Also immer noch sehr früh.

Meike Evers: Aber da habe ich noch keinen Leistungssport gemacht. Nur aus Spaß an der Freude.

Startblock: Und wie hat sich das dann entwickelt, dass Sie dann letztlich zum Leistungssport gekommen sind?

Meike Evers: Durch Zufall. Ich bin halt mit meinem Bruder mitgefahren und wurde dann nach und nach immer besser und irgendwann war ich in der Nationalmannschaft. Also zuerst einmal landesweit und dann bundesweit entdeckt. Und noch nicht mal ein Jahr nachdem ich im Land entdeckt worden war, wurde ich schon Weltmeisterin.

Startblock: Das ging ja ziemlich schnell. Das klingt schon so, als wäre es Ihnen mühelos passiert. Oder haben Sie dafür auch hart kämpfen müssen?

Meike Evers: Am Anfang ist es mir wirklich zugeflogen. Ich habe zwar regelmäßig trainiert, aber ich war immer diejenige, die am wenigsten in der Nationalmannschaft trainiert hat, aber ich habe halt auch ideale körperliche Voraussetzungen mit meiner Größe und auch die richtige Muskelstruktur. Ich habe auch wirklich Spaß am Wettkampf und es ist natürlich auch wichtig, daß eine mentale Konzentration dabei ist.

Startblock: Würden Sie dann sagen, daß Sie wegen dieses Trainings im Vergleich zu Ihren Altersgenossinnen auf viel verzichtet haben?

Meike Evers: Ja, ich konnte nicht mit zu jeder Party losziehen, weil ich am nächsten morgen früh aufstehen musste und nach der Schule noch Training hatte. Und am Wochenende war ich auch häufig unterwegs und sogar zum Abiball konnte ich nicht hingehen, weil ich Deutsche Meisterschaften hatte. Aber es hat mir schon viel gegeben. Ich habe schon einiges vermisst aber auch anderes erlebt, wo meine Mitschüler nicht hinkommen.

Startblock: Ich denke das ist dann auch die tägliche Motivation auf's Wasser zu gehen. Sie haben eben auch Ihre Schulzeit angesprochen: Wie sind Sie da begleitet worden? Haben Sie das Gefühl gehabt, daß Ihre Lehrer sich Mühe gegeben haben, Ihnen zu vermitteln, daß eine Ausbildung oder Studium wichtig sind für das spätere Leben? Wie hat man Sie da unterstützt?

Meike Evers: Also, ich muss ganz ehrlich sagen, ich hatte tolle Lehrer, aber daß die mich jetzt Richtung Studium gedrängt haben, nein, da bin ich schon selber auf die Idee gekommen. Habe mir da auch nie Gedanken gemacht, ob mich jemand unterstützt hat, aber mir wurde vom Olympiastützpunkt sehr viel geholfen, als es darum ging, einen Studienplatz zu kriegen.

Startblock: Sie sind Kriminalkommissarin.

Meike Evers: Das ist richtig.

Startblock: Sie haben also nach den Olympischen Spielen 2000 in Sydney aufgehört mit dem Sport und dann eine Ausbildung gemacht? Können Sie dazu vielleicht etwas sagen?

Meike Evers: Ja, also ich habe angefangen,zu studieren. Habe das dann erst abgebrochen weil ich immer nur beim Sport war und mich eigentlich auch nicht als Student gefühlt habe.

Startblock: Was haben Sie studiert?

Meike Evers: Ich habe Psychologie studiert, aber ich habe noch nicht einmal mein Vordiplom gemacht, weil ich nur Sport getrieben habe. Dann habe ich mir überlegt, zur Polizei zu gehen und wollte da aber nicht wieder den Fehler eines Studiums wiederholen. Ich hätte es sicherlich bei der Polizei regeln können, daß ich da auch mit mehr Abwesenheit meine Prüfung hätte ablegen können und eben zu Hause mehr gelernt hätte. Das wollte ich nicht und habe eigentlich um für meine Zukunft was zu tun dann nach Sydney aufgehört. Daß ich wieder angefangen hatte war irgendwann ein anderes Thema, aber ich hatte nicht aufgehört, um drei Jahre Pause zu machen. Nein, ich wollte wirklich aufhören.

Startblock: Sie haben also die Ausbildung gemacht, weil es etwas Solides ist?

Meike Evers: Die meisten Sportler werden eben nicht reich. Man sollte eine gesicherte Zukunft haben und das habe ich in dem Moment festgestellt, als ich mit der Ausbildung fertig war und wieder Sport getrieben habe und mit einer ganz anderen inneren Ruhe ran gegangen war, weil ich ganz genau wusste, ich bin abgesichert und mir kann nichts mehr passieren.

Startblock: Was würden Sie in diesem Zusammenhang den jungen Menschen raten, die gerade die Schule beenden und über eine Ausbildung nachdenken?

Meike Evers: Man muss Spaß haben an dem was man macht und die Energie dort hineinsetzen und nicht eine Ausbildung durchziehen und denken "Eigentlich liegt mir das ja doch nicht und eigentlich möchte ich doch was anderes anfangen". Also gleich von vorneherein überlegen, was will ich, wobei werde ich glücklich und das dann versuchen durchzuziehen.

Startblock: Frau Evers, wir bedanken uns für dieses Interview und wünschen Ihnen für weiterhin für Ihre Zukunft alles Gute und vor allem Gesundheit.

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