Olympioniken zum Thema Leistung und Erfolg: Julia Schlecht
Julia Schlecht: Das war ein Angebot. Ich komme aus einem kleinen Dorf. Fußball spielen die Jungs und Volleyball die Mädchen.
Startblock: Wann haben Sie denn angefangen?
Julia Schlecht: Das war 1990.
Startblock: Dann hat sich das also so weiter entwickelt, daß Sie Volleyball als Leistungssport gemacht haben.
Julia Schlecht: Ja. Ich habe dann auch den Verein gewechselt. 4 Jahre und dann wieder zurück Leverkusen.
Startblock: Wenn Sie das mal im Rückblick sehen, würden Sie sagen, daß war eine harte Zeit oder haben Sie das so "aus dem Arm geschüttelt"?
Julia Schlecht: Ich habe da nie irgendwie angefangen mit dem Ziel, Profi zu werden. Das hat sich eigentlich alles so ergeben.
Startblock: Gab es da einen Moment, wo Sie gesagt haben, das werde ich jetzt als Berufssport machen?
Julia Schlecht: Nein. Da bin ich irgendwie so hineingerutscht.
Startblock: Dann schaut man sich um und ist auf einmal in der Nationalmannschaft. Und dann denkt man sich, daß es jetzt ernst wird?
Julia Schlecht: Ja, also man spielt in einem kleinen Verein, zweite Liga. Dann in der Regionalliga in der ersten Mannschaft und trainiert da mit und dann bist du im Kader und hast einen Stammplatz und spielst eine Saison. Wirst gefragt, ob du nicht Lust hast mit auf einen Lehrgang zu kommen.
Startblock: Es scheint ja bei Ihnen recht locker gegangen zu sein. Würden Sie trotzdem sagen, daß Sie auf Vieles haben verzichten müssen, z.B. auf Partys, weil man am nächsten Morgen früh raus musste?
Julia Schlecht: Ach, es geht so. Also wenn man jung ist, steckt man das ja ganz gut weg. Auch als ich in Schwerte gespielt habe und pauken musste für's Abitur bin ich noch weggegangen.
Startblock: Wenn wir jetzt die Zeit ein wenig zurückdrehen bis zu dem Punkt, wo Sie sich für eine Ausbildung entscheiden mussten. Sind Sie von Ihren Lehrern unterstützt worden oder gab es da Informationsveranstaltungen?
Julia Schlecht: Als ich da war, gab es im Prinzip gar nichts, auch keine Informationsveranstaltungen.
Startblock: Sie machen zur Zeit eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Würden Sie sagen, daß eine solide Berufsausbildung so etwas wie ein Plan B oder ein "Sicherheitsnetz" für die Zeit nach Ihrer aktiven Karriere ist?
Julia Schlecht: Ja, das war die Motivation diese Ausbildung zu machen und einfach zu wissen, was ich nach dem Sport mache.
Startblock: Sie haben eine Zeit auf Rhode Island gespielt haben, also zwei Jahre in den Staaten gewohnt. Würden Sie dies nochmal machen?
Julia Schlecht: Auf jeden Fall.
Startblock: Könnten Sie das irgendwie festmachen? Haben Sie z.B. mehr Selbstvertrauen gewonnen nach zwei Jahren Auslandsaufenthalt?
Julia Schlecht: Ja, man ist ja von heute auf morgen auf sich alleine gestellt. Aber man lernt schnell damit umzugehen. Man wird schnell irgendwie erwachsen un selbstbewusster.
Startblock: Also wäre es für Sie eine Alternative zu sagen, daß wenn man nach dem Abitur nicht weiß was man machen soll und wenn man die Möglichkeit hat für einige Zeit ins Ausland zu gehen, daß man das auch wahrnehmen sollen, würden Sie das weiter empfehlen?
Julia Schlecht: Auf jeden Fall. Das hat sehr viel Spaß gemacht.
Startblock: Was würden Sie als "Message" Schulabgängern mitgeben?
Julia Schlecht: Man sollte zusehen, daß man zumindest einen Schulabschluss bzw. eine Ausbildung macht. Wenn man einen Abschluss hat, kann man ja immer noch ein paar Jahre nur Sport machen, um nicht nachher dazustehen und nichts zu haben, sodaß man etwas hat worauf man zurückgreifen kann.
Startblock: Vielen Dank Frau Schlecht, wir wünschen Ihnen noch viel Erfolg und Gesundheit für Ihre Zukunft.
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